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Neuigkeiten

Spätsommerzeit ist Zwetschgenzeit

In unserer Residenz lag der Duft von frischem Zwetschgenkuchen in der Luft. Unsere fleißigen Bewohnerinnen hatten viel Freude beim Zubereiten der Spätsommerdelikatesse – und noch mehr beim Verzehr.

25 Jahre Pro Seniore Cochem: Ein Jubiläum zum Feiern!

Jahre Pro Seniore Cochem! Das musste natürlich gefeiert werden. Mit Blaskapelle, Ansprachen und Glückwunschreden wurde das Jubiläum gebührend eröffnet. Residenzleiterin Nadja Mayer nutzte den feierlichen Rahmen gleich doppelt und ehrte auch langjährige Mitarbeiter für ihre Treue. Musikalisch begleiteten uns „Heinz & Margit“ durch den Nachmittag – dazu gab es gezapftes Bier vom Fass, Wein, Kuchen, […]

Sommertag auf der Terrasse

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Unsere Hauszeitung

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Bewohner erzählen

Ich kann hier selbstständig leben.

KARL-MAGNUS BEYER, 92

Wer Karl-Magnus Beyer in der vierten Etage besuchen möchte, fährt zuerst mit dem Fahrstuhl vom Erdgeschoss ins Erdgeschoss. Wie bitte? Tatsächlich: Vom Haupteingang der Pro Seniore Residenz Cochem geht’s an der Rezeption samt freundlich grüßender Mitarbeiterin vorbei zum Aufzug, ein paar Etagen hoch, von dort ins Nachbargebäude – aber ebenerdig. Keine Zauberei, Hanglage. Das hat durchaus Vorteile: Zum Beispiel kann man aus dem Gemeinschaftsraum ganz oben bis hinüber zur märchenhaften Reichsburg am Moselufer blicken. Aber jetzt weiter in den Fahrstuhl zu Herrn Beyer. Er wartet schon.

Das Wohnzimmer von Karl-Magnus Beyer wirkt hell und freundlich. Er hat sich ein schönes Apartment in der Pro Seniore Residenz Cochem gesichert. Vom Balkon aus kann er über die Mosel blicken. Vor kurzem feierte er seinen 92. Geburtstag. Dabei lernte er einen weiteren Vorteil des Betreuten Wohnens kennen: Die Gemeinschaftsräume der Residenz kann man prima auch für private Feiern nutzen. „Freunde aus Berlin waren da, wir hatten eine schöne Kaffeetafel“, erzählt er.

Herr Beyer hat nicht nur Freunde in Berlin, er ist dort auch geboren. Aufgewachsen in Prenzlauerberg, wohnte er später mit seiner Frau im benachbarten Hohenschönhausen. „57 Jahre haben wir dort geebt“. Auch ihr gemeinsamer Sohn wuchs dort auf. Die Jugend von Karl-Magnus Beyer wurde vom Krieg geprägt. „Ostern 1945 kam ich in US-Kriegsgefangenschaft, mit 18 Jahren.“ Er sollte von Südfrankreich aus verschifft werden. „Als das Schiff gerade vor Gibraltar war, hörten wir Schüsse. Freudenschüsse – der Krieg war vorüber. Wir kehrten zurück nach
Marseille.“ Für Karl-Magnus Beyer noch lange kein Grund zur Freude, denn das Leben im Gefangenenlager war extrem hart. „Jeden Tag starben ein paar von uns“, erinnert er sich. Erst 1947 kam er raus, konnte zurückkehren nach Berlin.

Aufbau im Osten

Der gelernte Kaufmann machte sich erst mal beim Wiederaufbau nützlich. Es folgte eine turbulente berufliche Laufbahn. Vom Bau ging’s in den Brotwagen. „Ein Vorteil war mein Musterkoffer – was übrig war, landete in der Familie“, schmunzelt er. Und wer damals Brot hatte, hatte auch alles andere. Karl-Magnus Beyer arbeitete sich vom Brotvertreter hoch zum Chef der Expedition. Dann kam die DDR, seine Firma wurde zum VEB. „Schließlich war ich im DDR-Staatsapparat tätig“, erzählt Beyer. 1951 heiratete er, 1959 kam sein Sohn zur Welt. Für die Familie blieb ihm jedoch wenig Zeit: Per Abendschule holte Karl-Magnus Beyer sein Abi nach, per Fernstudium schaffte er den Jura-Abschluss und wurde schließlich Justiziar des Ministers für Glas- und Keramikindustrie. Nach dem Ende der DDR blieb Karl-Magnus Beyer in Hohenschönhausen mit seiner Frau. Sie verstarb 2007. Der Sohn lebte längst sein eigenes Leben. Ein Schlaganfall schränkte sein Gesichtsfeld ein, „Ich war schon in Berlin im Betreuten Wohnen“, erzählt er. „Dann suchten wir etwas an der Mosel, erfuhren durch Zufall von der Pro Seniore Residenz Cochem.“

Von der Spree an die Mosel

Warum an der Mosel, nicht in Berlin? Sein Sohn, ein Elektroingenieur, hatte Arbeit in der Eifel gefunden. Nicht nur er. „Ich habe hier in der Gegend 14 Verwandte, in Berlin jedoch keine mehr“, so Beyer. Ende 2015 zog der Witwer von Berlin nach Cochem. Ein großer Schritt, ein weiter Weg – ein voller Erfolg: „Für mich ist es hier ideal“, erklärt er. „Ich kann hier selbstständig leben.“ Die fremde Umgebung, die neuen Nachbarn waren überhaupt kein Problem. „Schon in meiner ersten Woche hat man mich mitgenommen zum Abendschoppen beim Winzer“, erzählt er. „Und neuerdings haben wir eine hauseigene Weinstube, wo wir uns jeden Mittwoch treffen.“ Um noch lange überall mitmachen zu können, hält sich Karl-Magnus Beyer gezielt fit. Jeden Morgen steigt er in die Pedale des hauseigenen Fitnesstrainers. Er nutzt die Angebote der Residenz wie Rehasport und Yoga. Überhaupt hält er die Versorgung hier für ideal: „Der Hausarzt kommt jeden Mittwoch ins Haus. Und die Apotheke liefert täglich Medikamente hier in die Residenz.“ Für Sicherheit sorgt das Notrufsystem in seinem Apartment.

Frisch aufgetischt

Es ist Mittagszeit. Karl-Magnus Beyer isst heute im hauseigenen Restaurant „Kaffeekanne“. Schnell gesellen sich Bekannte dazu. In Gesellschaft schmeckt’s besser. „Man isst hier hervorragend“, kündigt Herr Beyer an. Er soll Recht behalten. Eine junge Dame serviert das 3-Gang-Menü am Tisch. Der feinen Suppe folgt ein kross gebratenes Fischfilet mit Kartoffelsalat und hausgemachter Remoulade, danach ein Quarkdessert mit Früchten. Alles frisch zubereitet – das schmeckt man. Karl-Magnus Beyer geht allerdings nicht täglich ins Restaurant. Die Küchenzeile seines Apartments weiß er durchaus zu nutzen. Deshalb hat er auch keine Vollpension gebucht. Da er aber das hauseigene Restaurant sehr schätzt, nutzt er die praktischen Essensmarken. „Immer wenn ich will, kann ich essen gehen.“ Für den Selbstversorger wichtig: Der nächste Supermarkt ist gleich um die Ecke. „Und montags gibt’s einen Shuttlebus in die Innenstadt.“

Selbstständigkeit mit Komfort. So kann der vitale Senior sein Leben in vollen Zügen genießen. Dabei weiß er seine Angehörigen ganz in der Nähe. Ein Enkel zum Beispiel arbeitet keine fünf Kilometer entfernt im Restaurant des Hotels Weißmühle. Und dieser Enkel wiederum ist „Schuld“ daran, dass noch eine weitere Bewohnerin Anschluss gefunden hat an die fröhliche Schoppen-Runde beim Moselwinzer. Eine, die ebenfalls aus der Ferne nach Cochem kam.
Das ist die Geschichte der Liesel von Werne.

 

Ich fühle mich hier schon sehr wohl.

LIESEL VON WERNE, 80

Es darf gelacht werden

Hereinspaziert! Richtig wohnlich wirkt ihr Apartment, und die Küchenutensilien auf der Arbeitsfläche verraten: Hier wird selber gekocht, geschnippelt und gebruzzelt. Vom gemütlich eingerichteten Wohnzimmer aus führt eine Glastür ins Freie. Liesel von Werne wohnt auf Ebene zwei, und das heißt schon wieder Parterre, zumindest für ihre Terrasse. Sie wissen ja: Hanglage. Frische Holzdielen liegen draußen. „Ich lasse mir gerade die Terrasse neu machen“, erklärt sie. In ihrer Wohnung mag sie es gerne behaglich. Frau von Werne sammelt Hummelfiguren und Teddys. Die netten Plüschbären und ein paar hübsche Puppen haben es sich in ihrem Wohnzimmer gemütlich gemacht, geben ihm eine individuelle Note. Und eine Vitrine in der Wohnzimmerecke beherbergt einen ganzen Schatz an Porzellanfiguren.

Die 80-jährige ist in Düsseldorf geboren. Und, wie sich schnell herausstellt, eine echte rheinische Frohnatur. „Ich bin Rheinländerin – mit mir kann man Spaß haben“, lacht sie. Und sie lacht gerne. Am liebsten in guter Gesellschaft. Einer der Gründe, weshalb Liesel von Werne hierher kam, zu Pro Seniore.

Viel durchgemacht

In ihrem Leben gab es nicht immer was zu Lachen. Angefangen mit der Kindheit im Krieg. In einer Großstadt wie Düsseldorf heulten die Sirenen besonders oft. „Als Kind hatte ich keine Spielsachen. Ich bin im Bunker groß geworden. Immer war es dunkel“, erzählt sie. Später, nach dem Krieg, arbeitete die gelernte Industriekauffrau in der chemischen Industrie. Drei Kinder hat sie großgezogen. Davon sieben Jahre alleine. „Das war keine einfache Zeit. Meine Jüngste war zweieinhalb Jahre alt, als ich geschieden wurde. Damals gab’s noch keine soziale Unterstützung für Alleinerziehende.“ Doch nach sieben Jahren fand sie den Richtigen, heiratete zum zweiten Mal. „Ein toller Mann“, erzählt sie. Er brachte eigene Kinder mit in die Ehe, gemeinsam bauten sie sich eine Existenz auf. „Großen Urlaub konnten wir uns nicht leisten, mussten uns selber hochpäppeln.“ Doch das hart erarbeitete Familienglück währte zu kurz. Ihr Mann, der Kranführer, verstarb noch vor dem Rentenalter an einer Berufskrankheit. Seit 18 Jahren ist Frau von Werne verwitwet. Die Kinder sind längst aus dem Haus. „Meine eigenen Kinder sind sehr reiselustig, mein Sohn in Südamerika zum Beispiel ist immer unterwegs. Meine Stiefkinder jedoch leben hier an der Mosel, auch Enkelin und Urenkel.“ So war die Mosel
als Wunschgegend schnell ermittelt. Zumal die ältere Dame auch schöne Erinnerungen damit verbindet: „Früher war ich mit meinem Mann immer gerne an der Mosel. Wir wanderten viel.“

So nahm sie also die Moselgegend ins Visier. „In Düsseldorf war ich allein, hatte Knieprobleme. Ich fragte mich: Was machst du, wenn du jetzt ernsthaft krank wirst?“ Da war natürlich der Umzug ins Betreute Wohnen naheliegend. Wie sie jedoch ausgerechnet zur Pro Seniore Residenz Cochem kam, ist eine interessante Geschichte. „Der Enkel von Herrn Beyer ist schuld daran“, sagt sie. „Wir waren essen im Cochemer Restaurant Weißmühle. Der Kellner erzählte von seinem Opa aus Berlin, der demnächst hier nach Cochem ziehen würde, ins Betreute Wohnen mit eigenem Apartment. Diese Einrichtung wollte ich auch kennenlernen. Es war die Pro Seniore Residenz Cochem. Mit meiner Tochter schaute ich mir verschiedene Wohnungen an, nahm schließlich dieses Apartment im Erdgeschoss, weil ich gerne gärtnere.“ Zwei Zimmer mit 57 Quadratmetern Wohnfläche. Gerade richtig als Single-Apartment.

Zum Schoppen ins Weinstübchen

So zog sie also 2016 von Düsseldorf hierher an die Mosel. Heimweh? Halb so schlimm: „Die Mosel fließt doch in den Rhein, also bin ich Moselanerin“, lacht sie. „Aber von der Großstadt aufs Land – das ist vielleicht eine Umstellung!“ Doch der Entschluss, hierher zu ziehen, stellte sich schnell als goldrichtige Entscheidung heraus. „Ich fühle mich hier schon sehr wohl“, bestätigt Liesel von Werne. Was sie besonders schätzt, ist die gute Gesellschaft. Mit ihrer offenen Art fand sie ruckzuck Anschluss unter Gleichgesinnten. „Wir haben hier unseren Stammtisch, treffen uns jeden Mittwoch im Weinstübchen – und montags beim Winzer.“ Da ist auch Karl-Magnus Beyer mit von der Partie. So wie ihr Nachbar hält sich auch Liesel von Werne durch sportliche Aktivitäten fit. Jeden Mittwoch ist Rehasport angesagt und jeden Freitagmorgen Senioren-Yoga. „Ich nehme alles mit“, sagt sie. Vor allem die schönen Dinge des Lebens. Zurzeit bereitet sie sich gerade auf eine Party in der Residenz vor. Motto: die 80er Jahre. „Ich verkleide mich dann und bin gerade auf der Suche nach etwas Passendem.“ Und schon lacht sie wieder: „Wissen Sie – ich bin zwar alt, aber muss ja nicht so rumlaufen.“

Die Aussicht auf die Moselweinberge mag ich so gerne.

BERTI HOFENBETZER, 89

Im Zimmer steht ein sehr gemütlich wirkender Sessel. Doch Berti Hofenbetzer zieht es gerade vor, im Rollstuhl zu bleiben. So kommt sie besser überall hin, zum Beispiel auf ihren Balkon. „Ich bin eine echte Rheinländerin“, versichert die Dame. Sie wurde 1929 in Köln geboren, verrät sie. Und dort fand sie auch einen echten „kölsche Jung“ zum Heiraten: „Mein Mann war bei den Roten Funken, dem ältesten Karnevalverein in Köln.“ Mit ihrem Mann und den beiden Söhnen wohnte Berti Hofenbetzer in Köln-Marienburg. Nachdem die Kinder groß waren, führte sie ein Geschäft für hochwertige Damenmode in Troisdorf. Wie sie vom Rhein an die Mosel kam? „Nachdem mein Mann gestorben war, wurde mir die Wohnung zu groß“, erzählt sie. Schließlich stand eine Hüft-OP an. Danach redeten ihr die Kinder gut zu, um sie zum Umzug in eine seniorengerechte Wohnung zu bewegen.

Ihr Sohn Frank Hofenbetzer, der in Wittlich wohnt, schaute sich für sie nach einer Senioreneinrichtung um. „Für die Pro Seniore Residenz Cochem sprach die schöne Lage, verbunden mit dem Glück, ein Zimmer mit Moselblick zu erhalten“, erzählt er. „Außerdem ist das Haus nicht zu groß, sauber, und für Demenzpatienten gibt es einen separaten Wohnbereich.“ Anfang 2017 war es so weit: Seine Mutter tauschte den Blick auf den Rhein gegen den auf die Mosel. Ihr Pflegezimmer besitzt sogar einen Balkon. Hier wohnt sie jetzt – und ist mit der Empfehlung ihres Sohnes sichtlich zufrieden. Sie deutet auf ihren kleinen Balkon. „Treten Sie nur heraus“, sagt Berti Hofenbetzer, „Die Aussicht auf die Moselweinberge mag ich so gerne.“

„Lebe sehr gerne hier“

Nicht nur wegen der Aussicht hat sich der Umzug gelohnt. „Ich lebe sehr gerne hier“, versichert die 89-jährige und ergänzt: „Ich kriege hier alle erfüllbaren Wünsche erfüllt.“ Neben der guten Wohnqualität fühlt sich Frau Hofenbetzer auch rundum gut versorgt. Aus heutiger Sicht war der Umzug in eine Senioreneinrichtung sogar sehr vorausschauend: Seit einem dreiviertel Jahr klappt es nämlich mit dem Gehen nicht mehr so gut. Die Hüfte. Durch die eingeschränkte Mobilität ist sie auf Pflege angewiesen. Nun hat sie einen Rollstuhl, und zusätzlich zum Notrufsystem in Zimmer und Bad hängt ein kleiner Notrufknopf an ihrem Schlüsselband. Bräuchte sie Hilfe, wäre sofort jemand da. Und dank Barrierefreiheit kommt man in der Pro Seniore Residenz Cochem auch per Rollstuhl überall hin.

Individuelle Pflege

„Bei uns gibt es keine Pflege nach Schema F“, versichert Pflegedienstleiterin Nina Sieberath. „Wir pflegen jeden individuell, auf die persönlichen Bedürfnisse abgestimmt. Und ganz wichtig dabei: Herzlichkeit.“ Viele Menschen glauben, mit dem Einzug in eine Pflegeeinrichtung würden die Senioren „abbauen“ – doch das Gegenteil sei richtig, betont Nina Sieberath: „Wir gehen auf die noch vorhandenen Fähigkeiten des Bewohners ein und fördern diese.“ Ziel sei es, die Selbstständigkeit der Bewohner zu erhalten und zu fördern. Die Pflegedienstleiterin weiß, wovon sie spricht – schon mit 14 fing sie an, als Pflegehelferin zu arbeiten. Heute ist sie eine hochqualifizierte Pflege-Führungskraft, die außerdem noch Rettungssanitäterin und Palliativpflege gelernt hat.

Ihren Tag verbringt Berti Hofenbetzer gerne mit Lesen. Sie ist auch einem gemütlichen Einkaufsbummel in der Stadt nicht abgeneigt. Ihr Sohn kommt sie regelmäßig besuchen. Manchmal machen sie einen Ausflug zusammen. Um das Geschehen in ihrer alten Heimat im Auge zu behalten, hat sie den Kölner Stadtanzeiger abonniert. Heimweh jedoch ist ihr fremd. „Ich bin hier glücklich und zufrieden“, versichert sie.

 

Ich habe die ganze Welt gesehen

JAN BLOM, 81

Von den Weltmeeren an die Mosel

Auch Jan Blom bewohnt ein Einzelzimmer mit Bad in der Pro Seniore Residenz Cochem. Der 81-jährige zog erst vor einigen Monaten von Troisdorf hierher. „Meine Stieftochter wohnt hier in der Gegend“, sagt er. Auch bei ihm gab die Einschränkung der Mobilität den Ausschlag, seine alte Wohnung zu verlassen. Eine Erkrankung des Rückenmarks hat bei ihm zu Lähmungen geführt. Seit die Beine betroffen sind, ist er auf den Rollstuhl angewiesen.

Jan Blom stammt ursprünglich aus Holland. Und er ist ein richtiger Kosmopolit, ein Weltbürger. „Ich stamme aus einer Seefahrerfamilie“, sagt er und deutet auf die Bilder an der Wand. Oben der Vater, unten der Großvater. „Mein Vater fuhr 40 Jahre zur See, mein Großvater sogar 55 Jahre“, erzählt er. Auch er selbst war Nautik-Offizier. „Früher sagte man Steuermann“, lacht er. Bei ihm wurden aber keine 55 Jahre daraus – er sattelte wegen einer Augenerkrankung um, studierte Anlagenbau an der ETA Zürich und arbeitete in der chemischen Industrie. Zuletzt bei Dynamit Nobel in Troisdorf. Auch da kam er beruflich viel rum. „Ich habe die ganze Welt gesehen“, erzählt Jan Blom, der ganze fünf Sprachen beherrscht.

Sozial engagiert

Jan Blom engagiert sich als Vorsitzender des Pflegebeirats der Residenz. Hier kann er Wünsche und Nöte der Bewohner mit der Residenzleitung besprechen, konstruktive Lösungen entwickeln. An Ideen mangelt es dem vielgereisten Senior dabei nicht. „Zum Beispiel könnten wir im Sommer die Leute öfters zum Kaffeetrinken raus auf unsere schöne Terrasse locken“, sagt er. Gerne möchte Herr Blom auch bei der schwierigen Aufgabe helfen, ein attraktives Freizeitprogramm für Demenzkranke aufzubauen. Auch die allgemeine Pflegeproblematik in Deutschland beschäftigt den Mann. Stichwort Fachkräftemangel in Deutschland. „Die Politik hat jahrzehntelang geschlafen“, sagt er. Doch statt nur zu kritisieren, packt Herr Blom lieber selbst mit an: Zurzeit hilft er einer Pflegekraft, die aus Albanien stammt, beim Verbessern ihrer Deutschkenntnisse. Und er findet, dass für Barrierefreiheit im öffentlichen Raum viel mehr getan werden müsste.

Dabei denkt Jan Blom weniger an seine eigenen Interessen, sondern an seine Mitbewohner. Ihm genüge meist die Ruhe seines Zimmers, erklärt er. „Ich bin eher ein Einzelgänger, bin gerne allein mit meinen Büchern.“ Jan Blom interessiert sich für Archäologie, Geschichte und Wirtschaftsthemen. Am Yoga-Angebot der Residenz aber, räumt er ein, habe er schon teilgenommen.

Wie gut, dass sein neues Wohnumfeld komplett rollstuhltauglich ist. So kann Herr Blom auch selbstständig zum Essen und allen weiteren Residenzbereichen gelangen. Zum abschließenden Foto treffen sich alle in der Weinstube, einem neuen Gemeinschaftsraum, der extra zum gemütlichen Beisammensein eingerichtet wurde. Auch Berti Hofenbetzer kommt vorbei. Natürlich gibt’s nicht nur Wein hier. Traubensaft von der Mosel ist auch ziemlich lecker. Und beim gemeinsamen Singen zeigt sich, dass Frau Hofenbetzer nicht nur gerne beim Gesang zuhört, wie sie sagt, sondern auch selbst gut bei Stimme ist. Ob das vielleicht ab sofort ein neues Hobby wird? In der Weinstube zumindest, da sind sich die beiden Senioren einig, waren sie bestimmt nicht zum letzten Mal.